Die Welt erlesen

Willkommen auf dem Blog des Medientags der Leipziger Buchmesse in Kooperation mit der Jugendpresse Sachsen e. V. 
Hier werden ab Ende April 2023 die Berichte, Interviews und Beiträge der teilnehmenden Schulmedien veröffentlicht!

TRIAS Schulradio - Die rasenden Reporter

Hier findet ihr Radiobeitrag der Rasenden Reporter: 

Die hinter der Leipziger Buchmesse – Interview mit Frau Krämer

Im Rahmen des Programms mit der Jugendpresse konnte die Rahntastisch ein Interview mit Kerstin Krämer, der Projektleiterin für den Bereich Kinder & Jugend, Bildung und Manga-Comic-Con. Außerdem leitet Sie das Messemanagment und das alles schon seit 2021.

 

Rahntastisch: Frau Krämer, Sie sind ja Projektleiterin sowohl für den Bereich Kinder & Jugend, Bildung, als auch die Manga-Comic-Con. Für was sind Sie da alles zuständig?

 

Frau Krämer: Ich leite das Messemanagement. Also ich bin für alles technische, organisatorische, den Ausstellerservice zuständig, also alles, damit die Messe am Ende steht. Es gibt dann Fachabteilungen, wie zum Beispiel Veranstaltungstechnik, Standbauer und eine IT-Abteilung. Um das dann alles zu koordinieren, Logistik, Verkehr und so weiter, dafür bin ich dann zuständig.

 

Rahntastisch: Besitzen Sie ein Lieblingsbuch?

 

Frau Krämer: Das ist eine schwere Frage. Ich lese wirklich viel. Ich habe zwei Kinder und habe dadurch sehr viel Kinder- und Jugendliteratur mitbekommen. Außerdem war ich immer ein großer Harry Potter Fan und bin das auch nach wie vor, trotz der Diskussionen um J.K. Rowling, denn es begeistert mich. Ich lese Belletristik und viele Sachbücher zu politischen, geschichtlichen Themen, vor allem Zweiter Weltkrieg. Mich interessiert zudem fantastische Literatur und Science-Fiction. Generell lese ich überall mal rein und ich bin auch wirklich ein Büchersammler. Ich muss immer auf der Jagd nach Büchern sein. Dabei schaffe ich das eigentlich gar nicht, zeitlich alles abzuarbeiten. Ich habe einen ständig wachsenden Stapel an Büchern und nach der Messe noch mehr.

 

Rahntastisch: Team Buch oder E-Book?

 

Frau Krämer: Buch - eindeutig. Da muss ich auch gar nicht drüber nachdenken. Ich habe es auch versucht mit dem E-Book. Auf jeden Fall Buch! Ich brauch das haptische, ich brauch den Geruch, das Umblättern und ich muss ein Buch einfach anfassen können.

 

Rahntastisch: Wie kam es dazu, dass Sie Projektleiterin für den Bereich Kinder & Jugend, Bildung, Manga-Comic-Con geworden sind?

 

Frau Krämer: Ich habe zuerst nur das Messe-Management hier gemacht, also die Aufgaben, die ich vorhin beschrieben habe, das Organisatorische, und wurde dann gefragt, ob ich einen Teil der Inhalte mit übernehmen könnte. Da ich früher Lehrerin und Schulleiterin war und bei euch auch das Bildungsmanagement geleitet habe, lag es auf der Hand, dass ich die Themen Bildung, Kinder und Jugend mache und die Mang- Comic-Con finde ich großartig. Zusätzlich passt es auch wunderbar zu diesen anderen Bereichen, durch diese Hallenkonstruktion kam das mit dazu und so war der Weg.

 

Rahntastisch: Nach der Corona-Pandemie ist das die erste Leipziger Buchmesse. Kann man schon feststellen, ob das Interesse dadurch gestiegen ist?

 

Frau Krämer: Auf jeden Fall! Ich habe heute draußen die Schlangen gesehen, die nie abrissen. Ich bekomme die Zahlen, wie viele Besucher hier reinströmen. Ich sehe die Begeisterung. Ich sehe die leuchtenden Augen und definitiv haben alle darauf gewartet, sich wieder zu begegnen, sich inspirieren zu lassen, ihre Stars zu treffen, zu cosplayen. Ich habe nicht damit gerechnet, dass es so voll wird und so viele Leute kommen. Ich bin überwältigt.

 

Rahntastisch: Welche Halle ist momentan die beliebteste?

 

Frau Krämer: Je nachdem welcher Zielgruppe man angehört. Unter den Jüngeren sind es die Hallen 1 und 3, durch die Manga Comic-Con, Kinder/Jugend, Comic, Fantasy, die Young Adult und New Adult Romane. Unser Mitmach-Campus UVERSE zieht auch wahnsinnig viele junge Leute an. Andere Zielgruppen suchen eher die Belletristik und werden da in anderen Hallen fündig, Halle 2, 4 und 5. Ich glaube, jede Halle hier hat ihr Zielpublikum und ich sehe gerade überall volle Hallen. 

 

Rahntastisch: Was ist Ihrer Meinung nach das Spannendste dieses Jahr auf der Buchmesse?

 

Frau Krämer: Die vielen neuen Formate, die wir uns für diesen Re-Start nach den drei Jahren ausgedacht haben. Wir haben ein tolles Projekt für Autoren, die „Buchbar“, wo man in Kaffeehausatmosphäre mit dem Autor ins Gespräch kommen kann, bei Kaffee und Croissant. Wir haben ein Forum „offene Gesellschaft“, um inhaltlich Zeichen zu setzen gegen Diskriminierung, gegen die Einschränkung der Meinungsfreiheit und für Vielfalt. Auch für die brennenden Themen des Klimaschutzes und diverse Gesellschaft. Dann dieser UVERSE - Jugendcampus. Das ist ein tolles Mitmachformat mit vier coolen Werkstatträumen, über Poetry Slam, Tanz, Zeichnen, Zugang zu finden zum Buch und sich mit Themen auseinanderzusetzen. Neu ist auch das Medienforum, aber auch die etablierten Formate, die Manga Comic – Con und der Cosplay Wettbewerb. Das ist auch so ein Herzstück und freut mich. 

 

Rahntastisch: Wie viele Monate oder Jahre vorher muss man anfangen, eine Buchmesse zu planen und was gehört alles dazu?

 

Frau Krämer: Man beginnt mindestens ein Jahr vorher mit der Organisation, der nächsten Buchmesse oder noch eher. Wir sind jetzt schon in der Vorbereitung der Prozesse für die nächste Buchmesse. Wir erstellen jetzt schon die neuen Ausstellerunterlagen, überlegen uns jetzt schon die Standformate und die Preise. Das ist so das Erste, was man macht und danach geht man in die Programmplanung. Dazu gehört die Organisation von „Leipzig liest“ vom Lesefestival. Dazu muss man wissen, dass „Leipzig liest“ in der Stadt, aber auch hier auf dem Messegelände stattfindet.  Zum größten Teil hier auf dem Messegelände, in allen Foren, auf den Bühnen, im Kongresszentrum. 80% aller Lesungen finden hier statt. Insgesamt 3000 Lesungen. Wir versuchen dann diese Wünsche, die die Aussteller anmelden, der Verlag, mit dem Autoren umzusetzen. Dann gucken wir, wo passt das hin, zu welcher Zeit. Wenn es in der Stadt ist, welcher Ort passt dazu und wir vermitteln dann die Orte an den Verlag. Das bedarf einigen Vorlauf.

 

Rahntastisch: Wie organisieren Sie die logistischen Aspekte der Buchmesse, wie z.B. das Layout und die Platzierung der Stände? 

 

Frau Krämer: Ja, das ist wirklich Teamwork. Wir haben die Buchmesse nach Bereichen aufgeteilt, also wir wissen im Vorfeld schon grob, in welcher Halle welches Genre vertreten ist und welche Bereiche. Diese Grundkonstanten, die sind eigentlich immer gegeben. Dieses Mal haben wir das Hallenkonzept etwas geändert. Dann guckt man, welche Aussteller sich anmelden oder welche wir ansprechen. Als nächstes schaut man, wo man die gut platzieren kann, mit Beachtung der Hallengegebenheiten, die vorgeschriebene Gangführung und versucht, das Gewünschte auch zu erreichen. Dann spricht man mit den Fachabteilungen, mit den Standbauern und den technischen Abteilungen was möglich ist und da gibt es sogenannte Systembauer, die mieten bei uns einen fertigen Stand einer beliebigen Variante und bekommen ein Rundum-Paket. Dann gibt es auch Leute, die kommen her und bringen ihren eigenen Stand mit und bauen das selber und mieten einfach nur eine Fläche. Und unser kleinster Stand ist 3 Quadratmeter bis nach oben auf. 

 

Rahntastisch: Wie wählen Sie die Autoren und Verlage aus, die auf der Buchmesse vertreten sein werden?

 

Frau Krämer: Zweigeteilt, im Grunde ist das Grundprinzip der Leipziger Messe, wenn ein Verlag sich als Aussteller hier anmeldet und einen Stand mietet oder eine Fläche mietet, dann hat er das Recht, Veranstaltungen anzumelden für seinen Autoren und Autorinnen. Das richtet sich nach der Größe, die er gemietet hat. Also je mehr Flächen jemand mietet, desto mehr Veranstaltungen darf er durchführen. Unsere Aussteller bringen das Programm, ihre Frühjahrs-Novitäten, ihre Autoren mit. Wir haben Programme oder Formate, wie das UVERSE oder „Forum offene Gesellschaft“, das wir kuratieren, das heißt wir machen das Programm. Somit beauftragen wir jemanden, der für dieses Thema, was wir uns gesetzt haben, schöne Lesungen findet und Autoren, die zum Thema Klima passen oder zum Thema Diversität oder Antirassismus. Wir gestalten dann das Programm, aber im Grunde ist es eine Messe für alle und eine Mitmachmesse. Das heißt, jeder Verlag kann hier seine Autoren präsentieren und so ist eine große Vielfalt und Bandbreite an Themen gegeben.

 

Rahntastisch: Wie sorgen Sie dafür, dass die Buchmesse ein positives Erlebnis für alle Beteiligten ist, einschließlich Autoren, Verlage, Besucher und Mitarbeiter?

 

Frau Krämer: Jeder wird eingebunden und wir sind auch im Gegensatz zur Frankfurter Buchmesse eine Publikums- und Autorenmesse und eine Messe der Begegnung. Wir machen keinen Rechte- und Lizenzhandel, sondern hier steht der Leser im Vordergrund, das interessierte Publikum, was sehr nahe an den Autor kommt, sehr nah an seinen Star kommt, Bücher signieren lassen kann und das ist mehr als eine Messe. Das ist ein Festival, eine Medienmesse, eine politische Messe und auch ein riesengroßes Event und eine Feier des Lesens hier und überall in der ganzen Stadt. Und was das besonders befruchtet ist die Manga-Comic-Con. Dieses Zusammenspiel von klassischer Buchmesse und MangaComic-Con. Mittlerweile gehen wir auch mit der Zeit. Die Themen TikTok spielen eine Rolle, Book-Tok. Insofern gehen wir hoffentlich auch mit der Zeit und holen die Zielgruppen ab. Influencer, Blogger, alle finden hier, glaube ich, ihren Platz.

 

Rahntastisch: Wie haben sich die Bereiche Kinder & Jugend, Bildung, MangaComic-Con im Laufe der Jahre verändert?

 

Frau Krämer: Die haben sich stark entwickelt. Die Manga-Comic-Con war mal ein kleiner Bereich, früher im Bereich Kinder/ Jugend. Später haben wir gemerkt, dass das starken Anklang findet. Dieser Bereich wurde immer größer. Dasselbe widerfährt uns jetzt mit dem Kinder- und Fantastikbereich. Es gibt einen ungeheuren Ansturm. Das Interesse an fantastischer Literatur, Comics, Graphic Novels, Romanzasy, Young Adult, New Adult. Und insofern merken wir gerade, dass das sich von ganz alleine einfach sehr stark entwickelt und wir versuchen, dem Rechnung zu tragen, indem wir das Hallenkonzept ändern, die Bereiche Manga-Comic-Con mit Kinder- Jugend-Fantastik zusammenführen, räumlich gesehen. Wir sind danach immer gespannt, wie das im Nachhinein aufgenommen wird.

 

Rahntastisch: Stimmt es, dass es dieses Jahr einen bewachten Fahrradparkplatz gibt? 

 

Frau Krämer: Ja, erstmals initiiert und wir wollen alle vom Auto wegbekommen, soweit das möglich ist. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind immer voll und bieten zu mindestens Leipzigern eine Alternative, auch im Sinne der Nachhaltigkeit und des Klimaschutzes. Das gab uns den Anlass, eine bewachte Fahrradgarage zu erstellen und finden, dass die gut angenommen wurde. Das war uns ein wichtiges Anliegen. 

 

Rahntastisch: Wie gehen Sie mit Herausforderungen um, die speziell diese Bereiche betreffen, wie z.B. Jugendschutzthemen oder unterschiedliche kulturelle Vorstellungen?

 

Frau Krämer: Wir sind da wirklich sehr sensibel. Wir haben gerade im Bereich Manga-Comic-Con eine Hotline beziehungsweise einen Cosplay beauftragt und da können sich alle Besucher auch hinwenden, wenn sie merken, dass sie unfair behandelt werden, dass es Bemerkungen gibt, die möglicherweise diskriminierend sind und dann versuchen wir da, dem entgegenzuwirken. Wir haben Plagiatskontrollen gerade im Bereich Merchandise. Es sind Hallenstreifen unterwegs, die sensibilisiert sind für alle möglichen Vorkommnisse. Für die nächsten Jahre stellen wir uns vor, das Thema Awareness für die ganze Buchmesse aufzurufen. Das heißt, Leute auf der Messe zu haben, die nur dafür da sind zu schauen, dass es barrierefrei Zugänge gibt, keine Diskriminierungsvorfälle und dass sich alle hier sicher fühlen und wohlfühlen, egal wer sie sind, wie sie sind, wie sie aussehen.

 

Rahntastisch: Was unterscheidet die Leipziger Buchmesse zur Frankfurter?

 

Frau Krämer: Das habe ich auch quasi schon angedeutet. Das ist diese Nähe des Publikums, des Lesers, des Besuchers zum Autor und zum Lesen. Dann auch „Leipzig liest“, unser Lesefestival mit 3000 Lesungen, das gibt’s nirgendwo anders. Ein dritter Punkt für mich ist das Zusammenspiel mit der Manga-Comic-Con. Das hat auch keine andere Messe. Es ist einfach mehr für die Breite der Massen, die sich fürs Lesen interessieren und das steht im Vordergrund und weniger das Geschäft.

 

Rahntastisch: Wie sieht die Zukunft der Buchmesse-Planung aus und welche Trends erwarten Sie in den kommenden Jahren? 

 

Frau Krämer: Also wir sind jetzt sehr motiviert, durch die Begeisterung in diesem Jahr und das ist unser Motivator für die kommenden Jahre. Wir gucken jetzt, wie unsere Überlegungen aufgegangen sind, welche Konzepte funktioniert haben. Auch von den neuen Projekten, welche wir weiterführen wollen. Wir schauen uns an, ob das Hallenkonzept funktioniert hat und welches Feedback die Aussteller uns geben. Dadurch kommen wir in die Gespräche mit den Ausstellern, was man noch besser machen könnte. Wir denken, dass der Bereich Influencer Marketing, BookTok, noch stark zunehmen wird. Auch der Bereich Romantasy beziehungsweise Young Adult wird zunehmen. Signierstunden werden immer interessanter, mehr als klassische Lesungen. Überhaupt der Eventcharakter der Buchmesse wird zunehmen. Also noch mehr Höhepunkte schaffen, noch mehr tolle Erlebnisse, die direkt oder indirekt mit dem Buch zu tun haben. Wir werden versuchen, den Kosmos zu erweitern, hinsichtlich vielleicht in Richtung Film, Musik, Kunst, Richtung Kultur und das alles zeitnah auf das auf das Buch und auf das Lesen, um möglichst viele Menschen zu begeistern, sich auseinanderzusetzen mit Themen, Politik, Demokratie, damit möglichst viele neue Leser begeistert werden.

Text: Suvi Rößler von der Rahntastisch

E-Books-Ist die Digitalisierung auch bei den Bücherwürmern angekommen? 

Wer kann sich das Internet heute noch wegdenken? Ob auf der Arbeit, in der Schule oder zuhause, für eine funktionierende Gesellschaft ist es ein fester Bestandteil und das alles unter dem Begriff Digitalisierung. Aber ist diese auch beim Lesen angekommen und verwandelt sich das altbekannte Buch in ein E-Book?  

Für die Experten war es noch vor einigen Jahren klar, dass das Buch vom Aussterben bedroht ist. Warum sollten Käufer das „Bücherregal auf einem Gerät“ ablehnen, wenn man sowieso auf Optimierung und Effizienz pocht? Die Prognose hat sich entgegen der sicheren Erwartung allerdings nicht ganz bewahrheitet. Seit einiger Zeit hält sich der Markt für E-Books konstant und auch wenn es geradezu einen Fanclub für das digitale Äquivalent gibt, so kommen dort keine neuen Fans hinzu. Trotz des Ressourcen- und Platzsparens lehnen sogar ganze 35% der Bevölkerung den Kauf eines E-Books ab und auch die sonst so medienaffine junge Generation belässt es bei dem altmodischen Buch in gebundener Form. Tatsächlich ist es für ältere Menschen viel ansprechender, vielleicht auch, weil man die Schrift vergrößern kann. Möglicherweise liegt der mäßige Erfolg an den Preisen, die sich im Vergleich mit dem Kauf eines neuen Buches nicht rentieren. Aber um sich ein wirkliches Bild von Attraktivität und Beliebtheit der E-Books machen zu können, muss man die Chance nutzen und den Ort besuchen, an dem sich die Leseratten nur so von Buch zu Buch drängen - die Buchmesse Leipzig. 

An fast keinem anderen Ort wird der Durst nach neuen Büchern so gestillt wie dort, egal ob man es im Endeffekt auf Papier oder dem Bildschirm liest. Nach drei langen Jahren ohne die Buchmesse, konnte man sich 2023 endlich wieder durch die großen Hallen zwischen die Unmengen an Menschen durchschlängeln und bei mehreren hundert Ständen in Büchern stöbern und andere Veranstaltungen besuchen. Darunter fanden sich 50 Besucher, die bereitwillig die Frage beantwortet haben, ob sie lieber in Büchern oder E-Books lesen. Und das Ergebnis ist auffallend eindeutig, denn rund 85% stehen weiterhin zu der Print-Variante. Für manche ist es zwar eine gute Alternative beim Reisen und für Ganzschriften aber gerade Comics und alles Illustrierte werde sehr ungern digital gelesen. Vielleicht zieht es doch mehr Bücherwürmer und nicht E-Book Leser zur Buchmesse und doch spiegelt sich die Umfrage mit den Internetquellen, indem Bücher weiterhin führend sind. Deshalb werden wir in der Zukunft wahrscheinlich eine Koexistenz von Buch und E-Book beobachten, denn das haptische Leseerlebnis, weg vom Bildschirm, ist doch für die meisten verbunden mit Entspannung und Ruhe und kann kaum mit dem E-Book ersetzt werden. Somit kann man das Buch erstmal von der roten Liste streichen und sich in den nächsten Jahren auch noch auf der Buchmesse rumtummeln. 

 
Hier noch eine kleine Umfrage: 

Warum seid ihr hier?

-       Weil ich’s mir mal anschauen wollte.

-       Einfach zum Schauen

-       Mal so zum Bummeln

-       Weil wir die Kultur mögen

-       Weil heut schlechtes Wetter ist

-       Findet ja endlich mal wieder statt

-       Cosplay

-       Ich muss selbst nachher was vorstellen 

-       Unsere Tochter stellt ein Sachbuch vor und wir sind sehr stolz

 
Text: Clara Spring von der Rahntastisch

Quellen
Stern. Digitale Bücher.https://www.stern.de/digital/technik/warum-sich-das-e-book-im-vergangenen-jahrzehnt-nicht-durchgesetzt-hat-9067060.htmlTaz. Ich Buch, du E-Book. Phillip Goll. (16.03.2010) https://taz.de/Zukunft-des-Buchhandels/!5145950/ {16.04.2023}

Wie Buchlieberhaber zum Gendern stehen

Gendern - Mit diesem Wort verbinden Menschen in Deutschland gutes und schlechtes. Die Meinungen spalten sich. Auf der Leipziger Buchmesse, haben wir uns bei den Bücherliebhabern erkundigt, wie sie zum Gendern stehen. Dabei haben sich vor allem die zu Wort gemeldet die Pro Gendern sind.

Redaktion: Newspager 

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 Zwischen Animes, Comics und Cosplays 

 Nach drei langen Pandemie Jahren war vom 27.04 bis zum 30.04 endlich wieder die Leipziger Buchmesse. Mit 202.000 Besuchern waren die Hallen gut gefüllt. Auch wir waren als Redaktion der HumMel im Namen der Jugendpresse Sachsens am Samstag vertreten. Während wir die fünf großen Hallen durchstöberten, erstaunten uns die sämtlichen wundervollen Cosplays. 

Cosplay - ein außergewöhnliches, aber beliebtes Hobby


Cosplays entstanden in den 1990er Jahren während der Zeit des Manga- und Anime-Booms, der nicht nur in Japan stattfand, sondern seine Weiten auch in die USA und Europa trug. Beim Cosplay ist es Ziel, einen Charakter - meist aus einem Anime, Manga oder Videospiel – durch ein Kostüm darzustellen. 
Ob selbstgenähtes oder gekauftes Kostüm ist hier egal, jedoch sind selbst-gemachte Cosplays oft viel mehr erstaunend. Zu dem Kostüm kommt meist noch Make-Up oder ein bestimmter Gegenstand, wie eine Waffe des jeweiligen Charakters, dazu, um den Charakter besser darzustellen. Cosplays kosten oft mehrere Hundert Euro, da viel Produktion und Zeit dahinterstecken. 
Die Cosplayer gehen oft mit ihren Kostümen zu Conventions und sogenannten “Cosplay-Treffs”, um dort neue Freunde mit gleichen Interessen zu treffen und Spaß zu haben. An sich kann man sagen, dass dieses Hobby ein sehr spaßiges und aufwendiges ist, wo oft viel Talent dahintersteckt. 
Auch dieses Jahr waren wieder viele Cosplayer vorhanden, die meist in der Glashalle oder in Halle eins, der Manga Comic Con, zu sehen waren. Während Clara und ich also die Messe erkundigten, nahmen wir uns vier Cosplayer heraus, die uns sehr ins Auge stachen. 
(Aus Datenschutz Gründen werden hier keine Namen erwähnt) 

Lady Dimitrescu


Das erste Cosplay, was wir uns herausnahmen, war eine Lady Dimitrescu aus dem Horror Game “Resident Evil Village”. Diese stach nicht nur durch ihre Größe heraus, die übrigens auch sehr zum Charakter passt, sondern auch durch ihr erstaunliches Cosplay. Dieses hat sie nach Angaben komplett selbst genäht und gebaut, was gut 20 Stunden gedauert hat. Die Kosten für dieses Cosplay lagen bei rund 30€, da der Stoff recht günstig war. Natürlich wunderten wir uns, ob sie wirklich so groß sei oder ob sie nur für den Charakter die Größe angenommen hat. Dazu sagte die Cosplayerin, dass sie 17cm hohe High Heels trägt. Das macht das Cosplay noch erstaunlicher, denn darin zu laufen ist nicht einfach.  

Ahri

Die nächste Cosplayerin, die wir öfter gesehen haben, war Ahri aus dem MOBA (Multiplayer Online Battle Arena) Game League of Legends. Diese stand vor allem durch ihren pinken Kristallschwanz hervor. Das Cosplay war komplett selbstgemacht, was ca. ein Jahr gedauert hat (jedoch hat sie natürlich nicht jeden Tag dran gearbeitet). Die Kosten lagen zwischen 400-600€, was eine ganze Menge ist. Ihr Make-Up war auch sehr herausstechend und passte perfekt zum Charakter. 

Gwen

Noch ein League of Legends Cosplayer, der sehr aus den Massen herausstach, war eine Gwen. Diese hatte das Cosplay an sich gekauft, jedoch hatte sie eine riesige Schere, die Waffe des Charakters. Die Schere war komplett selbst gemacht und gefärbt. Das Material dafür war Schaumstoff, weswegen die Schere recht leicht zu tragen war. Der Bau hat ca. eine Woche gedauert. Die Farbe und das Design machen die Schere zu einem echten Hingucker. 

Nachtara

Leider konnten wir zu diesem Cosplay nicht viel zu herausfinden, da man den Cosplayer sehr schlecht unter dem Kostüm verstanden hat. Jedoch war dies eines der besten Cosplays auf der Messe, da pures Talent und Ehrgeiz dahinter steckte. Das Cosplay stellt das Pokémon Nachtara dar, jedoch in einer ganz neuen Fassung. Der Cosplayer hat einen kompletten gepanzerten Anzug im Stil von Nachtara selbst gebaut, in nur drei Monaten. Und dieser sieht extrem erstaunlich aus. Dazu hatte er ein kleines Nachtara Plüschtier auf dem Helm, welches ihn begleitete. 

Natürlich waren noch viele weitere erstaunliche Cosplayer da, die mit ihren Kostümen und akkuraten Charakteren begeisterten. Die Community war wie immer super freundlich und toll anzusehen, wir freuen uns schon aufs nächste mal. 


Eure Redaktion der HumMel

Bildquelle: privat

Jana Crämer- Sonnenschein in Person 

Als ich einige Tage vor der Buchmesse durch das Programm gelesen habe, stachen mir auf einmal zwei Namen ins Auge- Sebastian Fitzek und Jana Crämer. Sofort war mir klar: Da muss ich hin! 

Jana Crämer ist uns schon von der Social Media Plattform TikTok bekannt, auf welcher sie, neben einigen Lifestyle-Videos auch ihre Geschichte erzählt: Denn Jana Crämer hat 100 Kilogramm abgenommen & wurde zudem früher gemobbt. Neben ihren ersten Erfolgsbüchern "Unvergleichlich du- Wie du deine beste Freundin wirst" und "Das Mädchen aus der ersten Reihe" verfasste sie auch ihre Erfolgsbiographie "Jana, 39, ungeküsst", welche sie am Samstag fleißig bei ihren Fans unterschrieben hat. 

Am frühen Mittag also noch kurz zur Begrüßungveranstaltung der Jugendpresse gedüst, eine Ausweishülle für den Presseausweis geschnappt und zur Halle 2 zum Droemer Knaur Verlag gerannt. An der Schlange für Autogramme wurden wir, obwohl wir mehr als rechtzeitig ankamen, weggeschickt. Allerdings habe ich dann meinen Presseausweis gezückt und wurde dann zum Infostand geschickt, der mich dann zur Presseverwaltung (?) geschickt hat, die mich wiederum zu einer Patricia Keßler geleitet und nachdem diese nach einer halben Stunde nicht in Sichtweite war, haben wir nochmal nachgefragt wurden dann von einer lieben Frau zu Jana Crämer mitgenommen. Diese hat sich auch sehr erfreut Zeit für uns genommen. Wir haben hier ein kleines Interview mit ihr: 

Clara: Also erstmal, vielen Dank dass Sie sich eine Minute für und Zeit genommen haben! *hyperventiliert* 

Jana: Von Herzen gerne! 

Clara: Wie gefällt es Ihnen denn hier so, ist es stressig oder wie ist es so? 

Jana: Ich liebe diesen Stress, es gibt keinen schöneren Stress als wenn man ganz ganz viel zu tun hat! 

Clara: Das freut mich natürlich erstmal und Sie haben ja heute Ihr Buch mitgebracht und unterschreiben das ja auch ganz fleißig, gibt es denn eine Sache die Sie im Nachhinein anders gemacht hätten und wenn ja, welche wäre das gewesen? 

Jana: Das ist das erste Buch, wo ich am Ende abgegeben habe und wunschlos glücklich war, mehr kann ich nicht geben als dieses Buch! 

Clara: Das freut uns natürlich, das ist echt schön und abgesehen davon, dass Sie in ihrem Buch schon wirklich viel Ihren Lesern mitgegeben haben, hätten Sie noch einen Rat fürs Leben, den Sie Ihren Lesern mitgeben würden? 

Jana: Warte nicht darauf, dass das Leben passiert, sondern genießt jeden Moment. 

Clara: Dankeschön, dann bedanken wir uns auf alle Fälle, dass Sie sich die Minute für uns genommen haben und ich bin sehr froh dass es geklappt hat! 

Jana: Danke euch! 

Ich war, wie man an meinen Fragestellungen erkennen kann, sehr aufgeregt, da ich noch nie mit einer solch bekannten Person geredet habe. Aber, Jana Crämer ist wirklich eine sehr liebe Person und genau wie in den sozialen Medien. 


Redakteurin: Clara (HumMel)

"Buchstäblich überraschend"

Leipziger Buchmesse 2023 

3 Jahre mussten sämtliche Leseratten aus Sachsen und Umgebung warten. Dieses Jahr war es endlich soweit- Leipzig veranstaltet im großen Messegelände seine allseits beliebte Buchmesse. Über 270.000 Literaturliebhaber versammelten sich für vier Tage, um Verläge, Autor*innen, Kostüme und Medien zu bestaunen. Dank der Jugendpresse Sachsen bekamen auch wir die Möglichkeit, Teil des Spektakels zu werden. 

5 Hallen wurden mit Aussteller*innen aller Art gefüllt. Leider war es schwer, sich alles anzuschauen, da so viele Leute durch die Gänge gezogen sind, dass sogar die Security Leute verzweifelt waren. Wir persönlich hatten teilweise Angst vor ihnen, da sie ein bisschen unfreundlich waren. Man muss jedoch auch erwähnen, dass die Leute teilweise tatsächlich den Gang versperrt haben, wenn sie einfach zwischendrin stehen geblieben sind. 

Wir haben uns hauptsächlich in Halle 3 und 2 aufgehalten, da wir hier einige Interviews geführt haben. Aimee hat hier einen Bericht über die anwesenden Cosplayer*innen geschrieben und ich habe ein Interview mit Autorin und Tiktok-Star Jana Crämer geführt. Wir haben auch Sebastian Fitzek getroffen, doch nicht mit ihm geredet oder ihn fotografiert. 

Tatsächlich war die Messe meines Erachtens nach ziemlich dominiert von Fernsehsendern, Manga und Schulverlägen. Ich hätte mir mehr Präsenz der Freizeitverläge gewünscht, vielleicht lag dies aber auch nur an der Überfüllung der Halle. 

Es gab wirklich viel zu sehen und viel zu tun. Interessenten für die nächste Buchmesse empfehlen wir jedoch, sich von einem großen Geldbeutel begleiten zu lassen und Nahrung entweder ausserhalb der Messe zu suchen oder mitzubringen, da es wirklich sehr teuer war. Wir haben natürlich trotzdem dort Essen gekauft und fanden es lecker ;). 

Zum Abschluss können wir die Buchmesse natürlich nur empfehlen. Man muss den bunten Trubel einmal miterlebt haben, denn selbst der größte Buch-Verweigerer wird hier zum Lesen angeregt. 

Redakteurin: Clara (HumMel)